Leiterprüfung: Leitern und Tritte sicher prüfen

Die regelmäßige Prüfung von Leitern und Tritten ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitssicherheit. Erfahren Sie, wer Leiterprüfungen durchführen darf, wie Prüffristen festgelegt werden und worauf bei der Dokumentation zu achten ist.

Leitern und Tritte kommen in zahlreichen betrieblichen Bereichen zum Einsatz – etwa in der Instandhaltung, Haustechnik, Produktion oder im Handwerk. Um Schäden und daraus resultierende Unfallgefahren frühzeitig zu erkennen, müssen Unternehmen Leitern und Tritte regelmäßig prüfen und die Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren. Eine strukturierte Leiterprüfung unterstützt dabei, den sicheren Zustand der Arbeitsmittel dauerhaft zu gewährleisten.

Leiterpruefung

Warum ist die regelmäßige Leiterprüfung wichtig?

Leitern und Tritte gehören in Handwerk, Industrie, Gebäudetechnik und vielen weiteren Bereichen zu den regelmäßig eingesetzten Arbeitsmitteln. Beschädigte Sprossen, verschlissene Leiterfüße oder defekte Spreizsicherungen können jedoch schnell zu einer erheblichen Unfallgefahr werden. Arbeitgeber müssen deshalb dafür sorgen, dass die bereitgestellten Arbeitsmittel sicher verwendet werden können. Dazu gehört auch, Leitern und Tritte zu prüfen und festgestellte Mängel fachgerecht zu bewerten. Die Anforderungen ergeben sich insbesondere aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Für die praktische Umsetzung liefert die DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“ wichtige Hinweise. Eine ordnungsgemäße Leiterprüfung nach DGUV hilft dabei, Schäden rechtzeitig zu erkennen, unsichere Leitern aus dem Betrieb zu nehmen und die sichere Verwendung im Arbeitsalltag zu gewährleisten.

Wie oft muss eine Leiterprüfung durchgeführt werden?

Eine pauschale Prüffrist, die für jede Leiter und jeden Betrieb gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Der Arbeitgeber muss die erforderlichen Prüffristen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festlegen.
Dabei sollten unter anderem berücksichtigt werden:

    • Art und Bauweise der Leiter,
    • Häufigkeit der Benutzung,
    • Beanspruchung während des Einsatzes,
    • Umgebungsbedingungen,
    • Herstellerangaben
    • Ergebnisse vorheriger Prüfungen unbekannte Schäden oder besondere Vorkommnisse.

In der betrieblichen Praxis wird häufig ein jährlicher Prüfturnus gewählt. Dieser darf jedoch nicht einfach pauschal übernommen werden. Bei besonders intensiver Nutzung oder belastenden Einsatzbedingungen können kürzere Prüfintervalle erforderlich sein. Zusätzlich zur wiederkehrenden Prüfung sollte der Benutzer vor jeder Verwendung den ordnungsgemäßen Zustand der Leiter kontrollieren.

Wer darf eine Leiterprüfung durchführen?

Die Prüfung von Leitern darf nicht beliebig an Beschäftigte übertragen werden. Der Arbeitgeber muss eine Person auswählen, die aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen in der Lage ist, den sicheren Zustand des jeweiligen Arbeitsmittels fachgerecht zu beurteilen. Entscheidend ist somit nicht allein eine Berufsbezeichnung oder ein Schulungszertifikat.

Je nach betrieblicher Situation können beispielsweise entsprechend qualifizierte Beschäftigte aus den Bereichen Haustechnik, Instandhaltung oder Arbeitssicherheit für diese Aufgabe infrage kommen. Voraussetzung ist immer, dass die notwendigen Kenntnisse für die konkrete Prüfaufgabe vorhanden sind.

Was ist eine befähigte Person zur Prüfung von Leitern und Tritten?

Eine befähigte Person zur Prüfung von Leitern und Tritten muss über die notwendigen Kenntnisse verfügen, um Schäden und Mängel zu erkennen und deren Auswirkungen auf die sichere Verwendung beurteilen zu können.

Dazu gehören insbesondere Kenntnisse über:

  • unterschiedliche Leiter- und Trittbauarten,
  • bestimmungsgemäße Verwendung,
  • typische Verschleiß- und Schadensbilder,
  • relevante Arbeitsschutzanforderungen,
  • Herstellervorgaben,
  • Kriterien für die weitere Benutzung und
  • eine ordnungsgemäße Dokumentation der Prüfung.

Eine entsprechende Schulung kann die notwendigen Kenntnisse vermitteln und aktualisieren. Der Arbeitgeber bleibt jedoch dafür verantwortlich, eine für die jeweilige Prüfaufgabe geeignete Person auszuwählen und zu beauftragen.

Was wird bei einer Leiterprüfung kontrolliert?

Bei einer Leiterprüfung wird beurteilt, ob die Leiter beziehungsweise der Tritt weiterhin sicher verwendet werden kann. Der konkrete Prüfumfang hängt von Bauart, Material, Einsatzbedingungen und Herstellerangaben ab.

Typischerweise werden unter anderem kontrolliert:

  • Holme und Sprossen beziehungsweise Stufen,
  • Leiterfüße und Abrutschsicherungen,
  • Spreizsicherungen,
  • Gelenke und Verbindungen,
  • Plattformen,
  • Halte- und Sicherungseinrichtungen,
  • Rollen und Bremsen, sofern vorhanden,
  • Verschraubungen und Befestigungen,
  • Korrosion und Materialverformungen sowie
  • Kennzeichnungen und Sicherheitshinweise.

Wer Leitern und Tritte prüft, sollte außerdem berücksichtigen, ob unsachgemäße Reparaturen oder Veränderungen vorgenommen wurden.

Welche Mängel werden bei Leiterprüfungen häufig festgestellt?

Bestimmte Schäden treten bei Leitern und Tritten besonders häufig auf. Dazu gehören:

Beschädigte Sprossen oder Stufen: Risse, Bruchstellen, Verformungen oder lose Verbindungen können die Tragfähigkeit beeinträchtigen.

Defekte Leiterfüße: Fehlende oder stark verschlissene Fußkappen können dazu führen, dass die Leiter keinen sicheren Stand mehr hat.

Beschädigte Spreizsicherungen: Bei Stehleitern sind funktionierende Spreizsicherungen entscheidend für die Standsicherheit.

Korrosion und Materialschäden: Insbesondere bei Metallleitern können Korrosion oder Verformungen die Stabilität beeinträchtigen.

Öl und Verschmutzungen: Rutschige Sprossen und Stufen erhöhen die Gefahr eines Absturzes.

Fehlende Kennzeichnungen: Sicherheitshinweise und Angaben zur zulässigen Verwendung müssen erkennbar sein.

Werden sicherheitsrelevante Mängel festgestellt, darf die Leiter nicht einfach weiterverwendet werden. Sie muss der Benutzung entzogen und entsprechend dem festgestellten Mangel instand gesetzt oder ausgesondert werden.

Ortsfeste Leitern prüfen

Ortsfeste Leitern: Was ist bei der Prüfung zu beachten?

Neben tragbaren Leitern müssen auch ortsfeste Leitern sicher betrieben und entsprechend den für sie geltenden Anforderungen kontrolliert beziehungsweise geprüft werden.

Da ortsfeste Leitern dauerhaft Bestandteil eines Gebäudes, einer Maschine oder einer Anlage sein können, unterscheiden sich die Prüfkriterien von denen einer gewöhnlichen Steh- oder Anlegeleiter.

Bei der Prüfung können beispielsweise relevant sein:

  • sichere Befestigung und Verankerung,
  • Zustand von Sprossen und Holmen,
  • Korrosion oder Materialschäden,
  • sichere Ein- und Ausstiegsbereiche,
  • erforderliche Absturzsicherungen sowie
  • Veränderungen am Umfeld der Leiter.

Auch hier muss die prüfende Person aufgrund ihrer Qualifikation und Erfahrung in der Lage sein, den sicheren Zustand der ortsfesten Leiter zu beurteilen.

Leiterprüfung nach DGUV richtig dokumentieren

Eine nachvollziehbare Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Organisation. Sie ermöglicht es, den Zustand der vorhandenen Leitern nachzuverfolgen und festgestellte Mängel sowie daraus resultierende Maßnahmen eindeutig zuzuordnen.

Ein Prüfprotokoll sollte beispielsweise enthalten:

  • eindeutige Identifikation der Leiter,
  • Standort beziehungsweise Einsatzbereich,
  • Leiterart,
  • Herstellerdaten, soweit relevant,
  • Datum der Prüfung,
  • Prüfergebnis,
  • festgestellte Mängel,
  • erforderliche Maßnahmen,
  • Angaben zur prüfenden Person und
  • gegebenenfalls den nächsten vorgesehenen Prüftermin.

Verwendete ROE Check it Bausteine

Mehrfache Auswahl

Mehrfache Auswahl

Geben Sie dem Nutzer mehrere Optionen, von denen er mehrere auswählen kann. Anwendungsfall: welche PSA kommt zum ...
Datum / Uhrzeit

Datum / Uhrzeit

Bausteine zur Eingabe von Uhrzeit und / oder Datum. Anwendungsfall: “Geben Sie den Zeitpunkt der Prüfung an.”
Unterschrift

Unterschrift

Der Nutzer wird aufgefordert, zu unterschreiben. Die Unterschrift wird dabei digital signiert.
Foto

Foto

Der Nutzer wird aufgefordert, ein Foto einzufügen. Der Baustein erlaubt die Aktivierung der Kamera oder das Öffnen ...
No results found.

Leiterprüfungen mit Check-it digital dokumentieren

Gerade in größeren Unternehmen kann die Verwaltung zahlreicher Leitern und Tritte schnell unübersichtlich werden. Papierlisten erschweren die Zuordnung von Prüfungen, Standorten, Mängeln und Folgemaßnahmen.

Mit Check-it können Unternehmen ihre Leiterprüfungen digital erfassen und dokumentieren. Prüfergebnisse, Bilder, Standorte und festgestellte Mängel lassen sich strukturiert dem jeweiligen Arbeitsmittel zuordnen.

So entsteht eine nachvollziehbare Dokumentation, die Verantwortliche dabei unterstützt, den Überblick über vorhandene Leitern, durchgeführte Prüfungen und erforderliche Maßnahmen zu behalten.

Reicht eine Prüfplakette auf der Leiter aus? 

Eine Prüfplakette kann Beschäftigten schnell zeigen, dass eine Leiter geprüft wurde beziehungsweise wann die nächste Prüfung vorgesehen ist. Sie ersetzt jedoch nicht die erforderliche betriebliche Organisation und Dokumentation.

Entscheidend ist nicht allein der Aufkleber auf der Leiter, sondern die nachvollziehbare Durchführung und Bewertung der Leiterprüfung.

Fazit: Leiterprüfung als Bestandteil der Arbeitssicherheit

Die regelmäßige Prüfung von Leitern trägt dazu bei, Schäden frühzeitig zu erkennen und Absturzunfälle zu vermeiden. Entscheidend sind dabei eine risikobasiert festgelegte Prüffrist, eine fachkundige Durchführung sowie eine nachvollziehbare Dokumentation.

Unternehmen sollten deshalb nicht nur regelmäßig Leitern und Tritte prüfen, sondern auch eindeutig festlegen, wer die Prüfungen durchführt, wie mit festgestellten Mängeln umzugehen ist und wie die Ergebnisse dokumentiert werden. Digitale Prozesse mit Check-it können dabei helfen, Leiterprüfungen einheitlich und nachvollziehbar zu organisieren.

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