FI Typ AC – Austausch erforderlich?

Erfahren Sie, ob vorinstallierte RCD Typ AC noch zulässig sind, welche Risiken bestehen und wann ein Austausch verpflichtend oder dringend empfohlen wird.

Der Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) Typ AC – umgangssprachlich oft FI Typ AC genannt – war früher weit verbreitet. Er ist für das Abschalten von rein sinusförmigen Wechselfehlerströmen konzipiert, die plötzlich auftreten oder langsam ansteigen. Doch die moderne Netz- und Gerätetechnik hat sich verändert – und damit auch die Anforderungen an Schutzgeräte.

ROE FI Typ AC Warum der RCD

Warum der RCD Typ AC heute nicht mehr zulässig ist

Ganz grundlegend gilt: Fehlerstrom ist nicht gleich Fehlerstrom. Bei Fehlerströmen wird zwischen Wechselstrom-Fehlerströmen und Gleichstrom-Fehlerströmen unterschieden. Nicht jeder RCD kann jede Art von Fehlerströmen erkennen.

Die Stromnetze enthalten heute durch elektronische Verbraucher wie Frequenzumrichter, LED-Netzteile oder Ladegeräte komplexe Fehlerstromverläufe. Der RCD Typ AC kann diese modernen Fehlerströme nicht zuverlässig erfassen. Der RCD Typ AC ist gewissermaßen “blind” für komplexere Fehlerströme.

Rechtliche Lage: Bereits seit 1983 (!) ist der RCD Typ AC nicht mehr zulässig – er entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.

Gemäß aktueller VDE-Normen und einschlägigen Regelwerken (z. B. DIN VDE 0100-530, DIN VDE 0100-410) dürfen FI Typ AC-Schalter nicht mehr verbaut werden. Ein Austausch wird dringend empfohlen, da moderne Elektrogeräte oft komplexere Fehlerströme erzeugen auf die ein Typ AC nicht mehr zuverlässig funktioniert.

Welche Alternativen zum FI Typ AC gibt es?

RCD Typ A

  • Erfasst sinusförmige Wechselfehlerströme
  • Zusätzlich auch pulsierende Gleichfehlerströme
  • Für Haushaltsgeräte mit gesteuerten Stromkreisen geeignet
  • Standardlösung in modernen Installationen

Begrenzung: Funktion nur bis zu überlagerten Gleichfehlerströmen ≤ 6 mA sichergestellt. Daher ungeeignet hinter Ladegeräten für E-Mobilität oder PV-Wechselrichtern.

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RCD Typ F

Erkennt wie Typ A auch:

  • pulsierende Gleichfehlerströme
  • sinusförmige Fehlerströme
  • Zusätzlich geeignet für Geräte mit Mischfrequenzen bis 1 kHz
  • Für moderne Haushaltsgeräte, Klimaanlagen, Waschmaschinen etc.

Begrenzung: Nur bis Gleichfehlerstrom ≤ 10 mA zuverlässig.

RCD Typ B

Für alle Fehlerstromarten geeignet, einschließlich:

  • glatter Gleichfehlerströme
  • sinusförmiger Wechselströme bis 1.000 Hz
  • Mischfrequenzen

Wird deshalb auch als allstromsensitiv bezeichnet.
Erforderlich z. B. bei:

  • PV-Anlagen
  • Frequenzumrichtern

Wichtig: Nie hinter einem RCD Typ A betreiben! Ein Typ B muss immer vorgelagert verbaut werden.

RCD Typ A EV (für Ladestationen / Elektromobilität)

  • speziell für Laden von E-Autos entwickelt
  • noch geringere Auslöseschwelle im Vergleich zu Typ B (≥ 6 mA)
  • spezielle Konstruktion des FI Typ A EV verhindert außerdem, dass ein eventuell vorgeschalteter FI Typ A „erblindet“ (sprich, durch glatte Gleichstrom-Fehlerströme seine Schutzfunktion verliert

RCD Typ F EV (für Ladestationen / Elektromobilität)

  • speziell für Laden von E-Autos entwickelt
  • wie Typ A EV, zusätzlich löst ein RCD Typ F EV bereits bei Gleichstrom-Fehlerströmen von ≥ 6 mA aus und schützt damit vorgeschaltete Fehlerstromschutzeinrichtungen vor Funktionsausfällen
  • sensitiv für Mischfrequenzen

Empfehlung: RCD Typ AC austauschen – nicht zögern!

Auch wenn ein FI Typ AC technisch noch funktioniert: Er entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen und sollte nicht verwendet werden, da sie komplexere Fehlerströme nicht erkennen und somit bei einem Fehlerfall nicht auslösen können, was zu Personenschäden oder Bränden führen kann.

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