RCD: Abkürzung, Erklärung & Funktion

Was bedeutet RCD? Erfahren Sie die Abkürzung, Funktion und welche RCD-Typen es gibt. Lernen Sie, warum Fehlerstromschutzschalter für Sicherheit in Elektroanlagen unverzichtbar sind.

Die Abkürzung RCD kommt aus dem Englischen und steht für „Residual Current Device“, auf Deutsch: Fehlerstromschutzschalter. Umgangssprachlich ist auch die Bezeichnung FI-Schalter weit verbreitet. Dabei steht das „F“ für Fehler und das „I“ für Strom, also: ein Schalter, der Fehlerströme erkennt und verhindert – indem er den betroffenen Stromkreis blitzschnell allpolig abschaltet.

Ein RCD überwacht kontinuierlich die Summe der Ströme im Stromkreis. Unter normalen Bedingungen ist die Summe aller ein- und abfließenden Ströme (Außenleiter und Neutralleiter) gleich null. Weicht diese Summe jedoch ab, liegt ein Fehlerstrom vor – zum Beispiel durch Isolationsfehler oder einen Stromfluss über den menschlichen Körper. In diesem Fall löst der RCD aus und unterbricht den Stromkreis sofort.

RCD

Zur RCD Erklärung – Wie funktioniert ein Fehlerstromschutzschalter?

RCD-Schalter nutzen einen Summenstromwandler, um den Differenzstrom zwischen Außen- und Neutralleiter zu erkennen. Eine elektrische Differenz deutet auf einen Isolationsfehler hin – der Strom fließt also an einer Stelle, an der er nicht soll: z.B. über den Schutzleiter.Wenn sich die Magnetfelder im Ringkern des Summenstromwandlers, die durch den Außen- und Neutralleiterstrom erzeugt werden nicht mehr ausgleichen, entsteht ein magnetischer Fluss. Dieser magnetische Fluss induziert eine Spannung in der um den Ringkern gewickelten Sekundärspule. Wenn der Stromfluss in der Sekundärwicklung einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, betätigt das RCD-Relais das Schaltelement und unterbricht den Stromkreis. Der Hebel signalisiert gut sichtbar, dass der Bemessungsdifferenzstrom des RCD-Schutzschalters überschritten wurde.
Der RCD-Schalter lässt sich erst dann wieder dauerhaft einschalten, wenn die Fehlerursache behoben ist. Das Gerät schützt damit effektiv vor lebensgefährlichen Stromschlägen und Brandgefahr.

Ein zentraler Begriff dabei ist der Bemessungsfehlerstrom (IΔn). Er beschreibt den maximal zulässigen Fehlerstrom, bei dem der RCD spätestens auslösen muss. Gängige RCD- Schutzschalter im Haushalt sind meist auf 30 mA ausgelegt, was ausreichenden Schutz für Personen bietet.

RCD Typen – Übersicht & Unterschiede

Nicht jeder Fehlerstrom ist gleich. Die Art der auftretenden Ströme hängt stark von den angeschlossenen Verbrauchern ab. Deshalb gibt es verschiedene RCD Typen, die speziell auf ihre Einsatzgebiete angepasst sind und sich deshalb voneinander unterscheiden.

Hier findest du eine verständliche Übersicht über die wichtigsten RCD Typen:

  •  RCD Typ AC: Erkennt rein sinusförmige Wechselströme, für einfache Verbraucher ohne elektronische Bauteile geeignet, Standardtyp für viele Altanlagen.
    Achtung: In Deutschland nach VDE 0100-530 Abschnitt 531.3.3 nicht mehr zugelassen. 
  •  RCD Typ A: Erkennt sinusförmige und pulsierende Wechselfehlerströme, geeignet für Haushaltsgeräte mit elektronischen Komponenten (z. B. Waschmaschinen)
  •  RCD Typ F: Erfasst Fehlerströme gemischter Frequenzen bis 1 kHz, empfohlen bei Geräten mit getakteten Stromversorgungen (Frequenzumrichter) wie Klimageräten oder modernen Haushaltsgeräten
  • RCD Typ B: Erkennt zusätzlich zu Typ F auch glatte Gleichfehlerströme, wird häufig bei Photovoltaik-, Ladeinfrastruktur (z. B. Wallboxen) und Frequenzumrichtern eingesetzt, auch als allstromsensitiv bekannt
  • RCD Typ B+: Hochsensibel: erkennt sinusförmige Fehlerströme bis 20 kHz, wird in sensiblen Industrieanwendungen und medizinischen Einrichtungen eingesetzt.
  • RCD Typ A EV: speziell für die Bedürfnisse der E-Mobilität entwickelt. Löst bereits bei ≥ 6 mA aus. Die spezielle Konstruktion des RCD Typ A EV verhindert außerdem, dass ein eventuell vorgeschalteter RCD Typ A „erblindet“ (sprich, durch glatte Gleichstrom-Fehlerströme seine Schutzfunktion verliert). Deshalb ist ein RCD Typ A-EV die bevorzugte Wahl, wenn Ladestationen zuverlässig abgesichert werden sollen.
  • Der RCD Typ F EV: speziell für die Bedürfnisse der E-Mobilität entwickelt. Wie der RCD Typ A EV, erfasst der RCD Typ F EV Wechselfehlerströme, pulsierende und und glatte Gleichfehlerströme. Darüber hinaus erkennt der RCD Typ F EV außerdem Fehlerströme mit Mischfrequenzen, die ebenso beim Laden von E-Fahrzeugen auftreten können. RCDs vom Typ F EV sind in der Regel kurzzeitverzögert und stoßstrom- und gewitterfest, was das Risiko von Fehlauslösungen reduziert.

 

Fazit: Warum RCDs unverzichtbar sind

Ein RCD schützt Leben. Ob im privaten Haushalt, Gewerbe oder in Industrieanlagen – Fehlerstromschutzschalter bieten einen effektiven Schutz vor gefährlichen Stromunfällen. Um die richtige Auswahl zu treffen, ist das Wissen um die verschiedenen RCD Typen entscheidend.

 

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