VDE-AR-N 4100 und VDE-AR-N 4105: Wichtige Änderungen für die Praxis

Mit der Veröffentlichung der VDE-AR-N 4100:2026-04 und VDE-AR-N 4105:2026-03 wurden die technischen Anschlussregeln für Kundenanlagen und Erzeugungsanlagen umfassend aktualisiert. Die Änderungen betreffen Netzanschlüsse, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und die praktische Umsetzung im Elektrohandwerk.

Im Frühjahr 2026 wurden sowohl die VDE-AR-N 4100 als auch die VDE-AR-N 4105 in vollständig überarbeiteten Fassungen veröffentlicht. Die VDE-AR-N 4100:2026-04 regelt weiterhin den Anschluss und Betrieb von Kundenanlagen am Niederspannungsnetz (TAR Niederspannung), während die VDE-AR-N 4105:2026-03 die Anforderungen für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz (TAR Erzeugungsanlagen) definiert.

Die Aktualisierungen tragen den Entwicklungen der Energiewende Rechnung. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, Wärmepumpen, Energiemanagementsystemen und Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge machte eine Anpassung der bestehenden Regelwerke erforderlich.

Für Elektrofachkräfte, Planer, Anlagenerrichter und Betreiber ergeben sich daraus neue technische und organisatorische Anforderungen.

VDE AR N BildausPraxis

Was hat sich bei der VDE-AR-N 4100 im April 2026 geändert?

Die neue VDE-AR-N 4100:2026-04 reagiert insbesondere auf die zunehmende Elektrifizierung von Gebäuden und die Anforderungen an moderne Energieversorgungssysteme.

Bereits die Vorgängerversion aus dem Jahr 2019 schuf die Grundlage für intelligente Messsysteme und Smart-Meter-Gateways. Die aktuelle Überarbeitung konzentriert sich nun stärker auf die praktische Integration zusätzlicher Komponenten im Zählerplatz und die Anforderungen an steuerbare Verbrauchseinrichtungen.

Die wichtigsten Änderungen der VDE-AR-N 4100 im Überblick

  • Erweiterung der Vorgaben für Netzanschlussportale
  • Neue Darstellung anmelde- und zustimmungspflichtiger Vorgänge
  • Berücksichtigung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG
  • Hinweise zur Errichtung mehrerer Netzanschlüsse in Gebäuden und auf Grundstücken
  • Überführung der Anforderungen zur Messwerterfassung im Vorzählerbereich
  • Neue Anordnungsmöglichkeiten zusätzlicher Verteilerfelder im Zählerplatz
  • Integration von Wandleranlagen bis 1.000 A
  • Zusätzliche Einbauräume für Kommunikationsmodule, Steuergeräte und Energiemanagementsysteme (EMS)
  • Übertragung der Anforderungen an den EnFluRi in die VDE-AR-N 4105

Besonders relevant ist die stärkere Berücksichtigung moderner Energiemanagementsysteme, die künftig eine zentrale Rolle bei der netzdienlichen Steuerung von Verbrauchern und Erzeugern übernehmen.

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Welche Neuerungen bringt die VDE-AR-N 4105 vom März 2026?

Auch die VDE-AR-N 4105:2026-03 wurde umfassend überarbeitet. Die Anwendungsregel betrifft insbesondere Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Blockheizkraftwerke und weitere dezentrale Erzeugungsanlagen.

Ziel der Überarbeitung war es, den Netzanschlussprozess zu vereinfachen, bürokratische Hürden abzubauen und gleichzeitig die Netzstabilität bei steigender Einspeisung erneuerbarer Energien sicherzustellen.

Die wichtigsten Änderungen der VDE-AR-N 4105 im Überblick

  • Vereinfachter Anschluss- und Nachweisprozess für Anlagen zwischen 135 kW und 500 kW
  • Vereinfachte technische Anforderungen für Erzeugungsanlagen und Speicher bis 800 VA
  • Einführung des PAV,E-Schutzes
  • Erweiterung der PAV,E-Überwachung bis zur Nulleinspeisung
  • Q(U) als Standardverfahren für die Blindleistungsregelung
  • Erweiterte Anforderungen an systemstützende Eigenschaften wie RoCoF und P(f)
  • Neue Varianten für den Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz)
  • Anforderungen an rückspeisefähige Ladeeinrichtungen und bidirektionales Laden
  • Vereinfachte Anschlussformulare und reduzierter Datenumfang
  • Aktualisierte Beispiele für Zählerplatzkonfigurationen
  • Einführung von Anlagenzertifikaten für größere Erzeugungsanlagen

Besonders interessant für Betreiber von Photovoltaikanlagen ist die neue Möglichkeit, Anlagen bis 500 kW künftig einfacher nach VDE-AR-N 4105 anzuschließen und nachzuweisen.

Was regeln VDE-AR-N 4100 und VDE-AR-N 4105 grundsätzlich?

  • Die VDE-AR-N 4100 definiert die technischen Anforderungen für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz.

    Hierzu gehören unter anderem:

    • Hausanschlüsse
    • Zählerplätze
    • Netzanschlusspunkte
    • Kundenanlagen
    • Schutzmaßnahmen
    • Steuerbare Verbrauchseinrichtungen

    Die VDE-AR-N 4105 ergänzt diese Vorgaben für Erzeugungsanlagen wie:

    • Photovoltaikanlagen
    • Batteriespeicher
    • Blockheizkraftwerke
    • Kleinwindanlagen
    • Rückspeisefähige Ladeeinrichtungen

    Gemeinsam bilden beide Regelwerke die technische Grundlage für einen sicheren und normgerechten Betrieb moderner Energieanlagen am Niederspannungsnetz.

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Welche Auswirkungen haben die Änderungen auf Elektrofachkräfte und Anlagenbetreiber? 

Die neuen Fassungen der VDE-AR-N 4100 und VDE-AR-N 4105 wirken sich unmittelbar auf Planung, Errichtung und Betrieb elektrischer Anlagen aus.

Unternehmen sollten insbesondere prüfen:

  • Sind bestehende Zählerplatzkonzepte noch normkonform?
  • Werden die Anforderungen aus § 14a EnWG berücksichtigt?
  • Entsprechen bestehende Netzschutzkonzepte den neuen Vorgaben?
  • Müssen Formulare oder Dokumentationen angepasst werden?
  • Sind Schulungsmaßnahmen für Elektrofachkräfte erforderlich?

Gerade Betreiber größerer Photovoltaikanlagen und Speicher profitieren von den vereinfachten Anschluss- und Nachweisverfahren, müssen jedoch gleichzeitig die erweiterten Anforderungen an Netzstützung und Schutzkonzepte beachten.

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R.O.E. unterstützt bei der Umsetzung aktueller Regelwerke 

Die Anforderungen der VDE-AR-N 4100 und VDE-AR-N 4105 werden zunehmend komplexer. Neben den technischen Vorgaben gewinnen auch organisatorische Aspekte wie Betreiberverantwortung, Gefährdungsbeurteilungen und die Qualifikation von Elektrofachkräften an Bedeutung.

R.O.E. unterstützt Unternehmen bei der rechtssicheren Umsetzung aktueller Normen und Anwendungsregeln. Dazu gehören unter anderem:

  • Aufbau rechtssicherer Organisationsstrukturen
  • Unterstützung bei Gefährdungsbeurteilungen
  • Schulung von Elektrofachkräften und Verantwortlichen
  • Bewertung neuer normativer Anforderungen
  • Entwicklung praxisgerechter Lösungen für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen

Fazit zu den Neuerungen

Mit den neuen Fassungen der VDE-AR-N 4100:2026-04 und VDE-AR-N 4105:2026-03 wurden die technischen Anschlussregeln umfassend modernisiert. Die Änderungen schaffen die Grundlage für die weitere Integration von Photovoltaik, Batteriespeichern, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur in das Niederspannungsnetz. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Planung, Dokumentation und elektrotechnische Organisation.

Unternehmen sollten die Neuerungen frühzeitig bewerten und bestehende Prozesse anpassen, um auch zukünftig normkonform und sicher arbeiten zu können.

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