Worauf muss beim Einsatz von Zeitschaltuhren geachtet werden?

Zeitschaltuhren werden in Betrieben häufig eingesetzt, um elektrische Verbraucher zeitgesteuert ein- und auszuschalten. Typische Anwendungsbereiche sind Beleuchtungsanlagen, Heizsysteme, Lüftungsanlagen, Pumpen, Werbeanlagen oder Ladeeinrichtungen. Der Einsatz kann zur Energieeinsparung, zur Automatisierung von Prozessen und zur Verbesserung der Betriebssicherheit beitragen.

Damit eine Zeitschaltuhr sicher betrieben werden kann, müssen jedoch sowohl die technischen Eigenschaften der Zeitschaltuhr als auch die Anforderungen des Arbeitsschutzes berücksichtigt werden.

ROE Zeitschaltuhren

Richtige Auswahl von Zeitschaltuhren

Bei der Auswahl einer Zeitschaltuhr ist insbesondere auf die zulässige Schaltleistung zu achten. Die auf dem Gerät angegebene Belastbarkeit unterscheidet häufig zwischen verschiedenen Lastarten.

Beispiel

Kenndaten der Zeitschaltuhr: 16 (2) A / 250 V

Bedeutung:

  • 16 A (ca. 4.000 W) bei ohmscher Last
  • 2 A (ca. 500 W) bei induktiver Last

Zu den ohmschen Lasten gehören beispielsweise:

  • Heizgeräte
  • Glühlampen
  • Heizlüfter
  • Warmwasserbereiter

Zu den induktiven Lasten zählen unter anderem:

  • Elektromotoren
  • Pumpen
  • Ventilatoren
  • Kompressoren
  • Schütze und Relais

Gerade induktive Lasten erzeugen beim Schalten hohe Einschaltströme und können die Kontakte einer Zeitschaltuhr deutlich stärker beanspruchen als reine Widerstandslasten.

Warum ist die Lastart entscheidend? 

Eine Zeitschaltuhr, die für eine Heizplatte problemlos geeignet ist, kann bei einem Motor bereits überlastet werden. Die Folge können überhitzte Kontakte, Schaltfehler oder im schlimmsten Fall ein Geräteausfall sein.

Vor dem Einsatz sollte daher immer geprüft werden:

  • Welche Last wird geschaltet?
  • Wie hoch ist die Leistungsaufnahme?
  • Handelt es sich um eine ohmsche, induktive oder kapazitive Last?
  • Ist die Zeitschaltuhr für den Dauerbetrieb geeignet?

Im Zweifel sollte eine Elektrofachkraft die Auswahl beurteilen oder eine Schaltlösung über ein geeignetes Schütz vorsehen.


Brandgefahr durch Zeitschaltuhren – ein oft unterschätztes Risiko 

Eine häufig unterschätzte Gefahr ist die mögliche Brandgefahr durch eine Zeitschaltuhr. Insbesondere dann, wenn die Zeitschaltuhr nicht für die angeschlossene Last ausgelegt ist oder über längere Zeit nahe ihrer Belastungsgrenze betrieben wird.

Werden beispielsweise Motoren, Heizgeräte oder andere leistungsstarke Verbraucher über eine ungeeignete Zeitschaltuhr geschaltet, können die internen Kontakte überhitzen. Die Folge können verschmorte Steckverbindungen, beschädigte Gehäuse oder im schlimmsten Fall ein Brandereignis sein.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei:

  • älteren oder beschädigten Zeitschaltuhren,
  • dauerhaft hohen Lasten,
  • induktiven Verbrauchern wie Pumpen oder Lüftern,
  • Mehrfachsteckdosen in Kombination mit Zeitschaltuhren,
  • erhöhter Umgebungstemperatur oder schlechter Belüftung.

Um die Brandgefahr einer Zeitschaltuhr zu minimieren, sollten ausschließlich qualitativ hochwertige Geräte verwendet und die Herstellerangaben zur maximal zulässigen Schaltleistung beachtet werden. Zudem empfiehlt es sich, Zeitschaltuhren regelmäßig im Rahmen der Sichtprüfung auf Verfärbungen, Beschädigungen oder Anzeichen von Überhitzung zu kontrollieren.

Insbesondere in gewerblichen und industriellen Bereichen sollte die Auswahl der Zeitschaltuhr durch eine Elektrofachkraft erfolgen, wenn größere Lasten oder sicherheitsrelevante Anlagen geschaltet werden.

Zeitschaltuhren als elektrische Arbeitsmittel 

Unabhängig von ihrer Verwendung gelten Zeitschaltuhren als elektrische Arbeitsmittel. Sie unterliegen damit den Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie den Vorgaben der DGUV Vorschrift 3.

Der Arbeitgeber hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen, ob und in welchen Intervallen eine Prüfung erforderlich ist.

Wie bei allen elektrischen Arbeitsmitteln sollten Beschäftigte vor der Verwendung eine kurze Sichtprüfung durchführen.

Dabei ist insbesondere zu achten auf:

  • Beschädigungen am Gehäuse
  • Defekte Steckkontakte
  • Fehlende oder beschädigte Prüfplaketten
  • Auffällige Erwärmung
  • Veränderungen an Leitungen oder Steckverbindungen

Praxislösungen

Keine Ergebnisse

Was tun bei festgestellten Mängeln? 

Werden bei der Sichtprüfung Mängel festgestellt, dürfen diese nicht ignoriert werden. Auffälligkeiten sind umgehend dem zuständigen Fachbereich oder der verantwortlichen Elektrofachkraft zu melden.

Eine weitere Verwendung darf erst erfolgen, wenn eine zur Prüfung befähigte Person die sichere Nutzung bestätigt hat. Defekte Zeitschaltuhren sind unverzüglich aus dem Betrieb zu nehmen.

Fazit zum Einsatz von Zeitschaltuhren

Zeitschaltuhren sind praktische Hilfsmittel zur Automatisierung betrieblicher Abläufe. Für einen sicheren Einsatz ist jedoch entscheidend, dass die Zeitschaltuhr für die angeschlossene Last geeignet ist und die zulässigen Schaltleistungen nicht überschritten werden. Da Zeitschaltuhren elektrische Arbeitsmittel sind, müssen sie regelmäßig geprüft, vor der Benutzung kontrolliert und bei Mängeln sofort außer Betrieb genommen werden.

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